Volatiler Devisenmarkt vor dem EU-Gipfel
"Das Geschäft wird derzeit extrem von den Schlagzeilen bestimmt" erklärt ein Händler am Devisenmarkt und legt damit den Finger auf die volatile Stimmung in diesen Tagen. Es ist kaum noch Möglich, für den kommenden Verlauf des Währungspaares Euro/US-Dollar eine Prognose abzugeben.
Einer der Gründe für diese Situation ist der EU-Gipfel, der am kommenden Sonntag in Brüssel stattfinden wird. Dort wird das zentrale Thema natürlich die Schuldenkrise sein, welche die Europäische Union nach wie vor in Atem hält.
Für die Händler am Devisenmarkt ist dabei natürlich besonders interessant, wie die EU-Staaten den Wirkungsgrad des Rettungsschirms EFSF anheben wollen: Allerdings weiß man schon jetzt, dass es hierzu am kommenden Sonntag noch keine Lösung geben wird. Besonders die Differenzen zwischen der deutschen und der französischen Perspektive auf dieses Thema zeigte sich als problematisch.
Während Deutschland darauf verzichten will, den Rettungsschirm mit einer Banklizenz auszustatten, ist man in Frankreich für diese Maßnahme um damit Gelder von der Europäischen Zentralbank zugänglich zu machen. Diese Differenz sorgt dafür, dass man am Devisenmarkt noch bis zum Sondergipfel am kommenden Mittwoch warten muss, bevor hier Lösungen präsentiert werden.
Einer der anderen Schlagzeilen, die am Markt für Bewegung sorgen, ist die Kritik der Bundesbank an den Staats- und Regierungschefs. Andreas Dombret, seines Zeichens nach Vorstand der Bundesbank, sieht dabei besonders die gelockerten Konditionen für die Hilfspakete als kritisch.
Wackelkandidaten könnten zu einfach auf Hilfspakete zugreifen, statt ihren Haushalt zu überdenken. Das erkennt man schon daran, dass die Auflagen für Hilfspakete bereits günstiger sind als jene, welche die zahlenden Länder zu tragen haben. Darüber hinaus kritisierte er die Beschaffenheit des Euro-Rettungsschirm EFSF.
Trotz dieser schwierigen Lage hält sich die europäische Gemeinschaftswährung noch in der Nähe der Marke von 1,38 US-Dollar. Der Grund dafür, dass der Euro nicht stärker unter den kritischen Situation der EU-Länder zu leiden hat, sieht die Commerzbank beider Hoffnung der Händler, es würde noch eine Lösung gefunden werden.
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