Tokio schwächt eigene Währung
Am Mittwoch den 15. September hat Tokio Maßnahmen ergriffen, um den anhaltend starken Yen zu schwächen. Die japanische Regierung hat veranlasst, dass die Zentralbank des Landes US-Dollar aufkauft um die eigene Wirtschaft zu schützen. Zwar ist das Volumen der Transaktion nicht bekannt, aber es war ausreichend groß um den Nikkei im Verlauf des Tages um 2,34 Prozent steigen zu lassen.
Die US-amerikanische Währung legte dabei zu, während der Yen seine umfangreichsten Kursverluste seit Mai hinnehmen musste.
Beobachter des Marktes sind allerdings skeptisch, ob die Maßnahmen der japanischen Regierung mehr als eine kurzfristige Lösung darstellen. Man vermutet, dass dieser Eingriff in den Devisenhandel die Entwicklung des Yen auf lange Sicht nicht stoppen kann. Zuletzt war der Yen gegenüber den Dollar auf dem höchsten Stand der vergangenen 15 Jahre. Vor allem die Wirtschaft mit Exportgütern litt unter der starken Währung und man fürchtete eine empfindliche Beeinträchtigung des Aufschwungs des Landes.
Zu der Frage, warum der Yen sich in der letzten Zeit so anhaltend stark zeigte, äußerte sich ein Devisenexperte der FXDirekt Bank – mit Namen Christoph Thate: "Weil sie dem Dollar noch viel weniger trauen als dem Yen." Die Folge ist die so genannte Repatriierung; verunsicherte Investoren Japans stecken ihr Geld lieber in heimische Staatsanleihen und schöpfen dafür das Geld aus dem Dollar-Ausland. Auch die ausländischen Unternehmen vertrauen nicht mehr in den US-Dollar und orientieren sich an anderen Leitwährungen.
So kommt es zu der ungewöhnlichen Konstellation, dass der japanische Yen, trotz diverser Probleme wie Staatsverschuldung, für die Händler am Devisenmarkt als sicherer Hafen erscheint. Das bestätigt auch Lutz Leuchtmann von der Commerzbank: "Die Verschuldung - und andere Probleme - sind dabei einfach ausgeblendet."
Dieser Blick auf die gegenwärtige Lage der japanischen Währung lässt die Vermutung weiter wachsen, dass mittelfristig gesehen der Yen nicht gedrückt werden kann. Somit ist mit den Maßnahmen aus Tokio nur ein kurzes Verschnaufen für die japanische Wirtschaft möglich.
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