Starker Euro trotz Schuldendiskussion
In der aktuellen Devisenwoche zeigte sich der Euro erstaunlich stark gegenüber den Dollar. So bewegte sich die europäische Gemeinschaftswährung über der Marke von 1,46 US-Dollar und Stephan Rieke kommentierte "Es ist erstaunlich, dass sich der Euro heute so gut gehalten hat."
Stephan Rieke ist ein Experte für Devisen von der BHF-Bank und hat bei dieser Stellungnahme vor allem die europäische Schuldenkrise im Blick, die aktuell wieder in den Rettungs-Diskussionen um Griechenland im Fokus ist. "Insgesamt zeigt sich, dass die Rettung Griechenlands keineswegs in trockenen Tüchern ist" erklärte Rieke in diesem Zusammenhang und meint auch, dass er der Euro eigentlich mit Kursverlusten auf dieses Thema hätte reagieren müssen.
Was den Euro trotz der belastenden Tendenzen aktuell noch verhältnismäßig stark hält ist wieder einmal die anhaltende Schwäche des Dollars. Am Abend des zurückliegenden Mittwochs veröffentlichte die US-Notenbank die aktuellen Konjunkturdaten. Dass diese eher enttäuschend ausfielen, das bestätigte auch Rieke. Laut der Einschätzungen der Fed ist das wirtschaftliche Wachstum in mehreren Regionen der USA abgeschwächt.
Worauf man sich am Markt nun konzentrierte war die Entscheidung der Europäischen Zentralbank zu der erwarteten Leitzinsanhebung im Juli. Noch vor der EZB-Entscheidung kommentierte der Chefanalyst der Bremer Landesbank – mit Namen Folker Hellmeyer, dass es lediglich eine geringfügige Chance gäbe, dass die Erhöhung erneut verschoben würde.
Die Äußerungen des EZB-Präsidents Jean-Claude Trichet sorgten bei der Gemeinschaftswährung aber für eine Talfahrt von mehr als einem Cent. Im Tagestief vom Donnerstag war der Euro nur noch 1,4478 US-Dollar wert – später stabilisierte sich die Gemeinschaftswährung wieder bei über 1,45 USD.
Ausschlaggebend waren hier die Aussagen von Trichet, dass er in den Belangen um die Griechenlandrettung "nicht umkippen" werde und die Notenbank sich nicht an einer neuerlichen Rettungsaktion für den Wackelkandidaten beteiligen werde.
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