Schweizer Regierung schwächt Franken-Kurs
Die großen Währungspaare am Devisenmarkt schwächeln nach wie vor und stützen sich nur gegenseitig in ihrer labilen Position. Das Gefühl haben viele Anleger und steuern ihr Finanz-Boot deshalb lieber in die sicheren Gewässer der Schweiz.
Zahllose Händler setzten inzwischen auf die Franken als zuflucht vor der Krise. Das sorgt für einen starken Anzug der schweizerischen Währung. Das bekommen die Schweizer in diesem Quartal auch deutlich zu spüren.
Denn starke Franken machen die Schweizer Waren teuer und behindern dadurch das Geschäft mit dem Export von Gütern. Das wird nun besonders deutlich, denn im dritten Quartal des Jahres wird man wohl zum ersten mal in den letzten zwei Jahren keinen Zuwachs in den Ausfuhren verzeichnen können.
Nun hat die Schweizer Regierung bekannt gegeben, die Schweizer Nationalbank in ihrem Kurs gegen die zunehmend erstarkenden Franken zu unterstützen. Einen Mindestkurs für den Euro gibt es bereits, den man bei 1,20 Franken festlegte. Das geschah erst Anfang Septembers und nun gibt es bereits Gerüchte, dass man plant diesen auf bis zu 1,25 Franken anzuheben.
Noch schwerer wiegen die Ankündigungen der Schweizer Regierung, dass man einen Negativzins in Betracht ziehen würde. Diese Nachricht allein ließ den Wert der Franken am Markt sinken. Die Umsetzung des möglichen Negativzinses würde so gestaltet werden, das auf Vermögenswerte an Franken, die von Ausländern gehalten werden, ein Steuersatz erhoben würde. Dies würde beispielsweise Schweizer Anleihen und Offshore-Konten betreffen.
Der Schweizer Bundesrat nahm zu der Nachricht bereits Stellung und gab auf Anfrage bekannt: "Der Negativzins ist Teil von möglichen weiteren flankierenden Maßnahmen zum Schutz des Schweizer Frankens, welche nicht in der alleinigen Kompetenz der Nationalbank stehen. Der Bundesrat ist bereit, im Rahmen einer Gesamtbetrachtung die Umsetzbarkeit von weiteren flankierenden Maßnahmen zu prüfen."
Es ist noch lange nicht entschieden, ob eine Maßnahme wieder Negativzins auch umgesetzt wird. Die Schweizer Regierung experimentierte damit bereits in den 70gern, aber ohne großen Erfolg. Vielleicht wird man diesmal von diesem Schritt absehen.
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