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Schweizer Franken locken die Devisenhändler

Im Mai zeigte sich die europäische Gemeinschaftswährung ausgesprochen stark und kletterte zwischenzeitlich sogar über die Marke von 1,50 US-Dollar.

Das verwunderliche daran ist aber, dass der Euro diesen Aufschwung trotz des neuerlichen Aufflammens der europäischen Schuldenkrise tat. So kam Spanien wieder ins wackeln und Italien wurde von Ranking-Agenturen abgestuft. Von Griechenland, Protugal und Irland ganz zu schweigen.

So zeigt sich die Stärke des Euros im Monat Mai viel mehr als eine Schwäche des Dollars, denn in der USA kämpft man ebenfalls mit Schulden, enttäuschenden Daten vom Markt und einer lockeren Geldpolitik. 14 Billionen Dollar Schulden hat Amerika bereits angehäuft und das drückt den Umtauschkurs zum Euro gewaltig. So kommt es zu dem seltsamen Phänomen, dass der Euro trotz Schuldenkrise klettert, statt zu fallen. Und aktuell hält er sich nochimmer standhaft über der Marke von 1,40 US-Dollar.

Nun greift eine neue Studie der Deutschen Zentralbank dieses Phänomen auf und zeigt, dass die Devisenhändler in Anbetracht der fehlenden Alternativen zu der schweizerischen Währung flüchten. Die Franken sind derzeit auf einem Rekordhoch gegenüber den Euro. Die Europäische Gemeinschaftswährung ist zwischenzeitlich nicht einmal mehr 1,24 Franken wert und befindet sich damit auf einem historischen Tief gegenüber der schweizerischen Währung.

Dabei kann man diese Schweiz-Flucht sehr deutlich an der Unsicherheit im Euro-Raum festmachen, aber auch nicht nur darauf beschränken. Denn Abseits der Schuldenkrise in Europa hat die Schweiz auch viel für die Devisenhändler zu bieten. Mit 38,2 Prozent Staatsverschuldung ist die Schweiz geradezu Beispielhaft in diesem Punkt. Hinzu kommt eine niedrige Inflation und solide Entwicklung der Wirtschaft, wovon die schweizerische Währung profitiert.

Während die Händler am Devisenmarkt aber ihre Flucht in den Franken suchen, muss sich die Schweizer Regierung zunehmend mit der Stärke der eigenen Währung herumschlagen. Denn wenn die Franken steigen, macht das die Exporte teuer. So stehen wohl noch in diesem Jahr Interventionen seitens der Regierung an, um in die Entwicklung des Wechselkurses einzugreifen.

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