Rückblick auf den Euro - April
Die Belange um das neuverschuldete Griechenland haben im Devisenhandel für viel Spekulation gesorgt. Mitte April stabilisierte sich langsam wieder die Lage, nachdem Beschlüsse der EU einen Hilfspaket schnürten. Konkreter wurden die Bemühungen um die Finanzierung des griechischen Marktes, als Griechenland ganz offiziell in die Diskussion um die das Hilfspaket durch EU und IWF (Internationaler Währungsfond) eintrat.
Der Chef des Währungsresearch bei Comerzbank Corporates & Markets, mit Namen Ulrich Leuchtmann, kommentierte die Aussichten auf die Inanspruchnahme von Krediten durch Griechenland mit: "Das schockt aber niemanden mehr, da der Markt bereits zuvor der Meinung war, dass der Hilfsmechanismus ausgelöst werden wird.“ Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung rechnete man in Brüssel ohnehin damit, dass ein Antrag auf das Hilfspaket gestellt werden würde. Denn nötig war es definitiv: Zehn-Jahres-Anleihen von Griechenland mussten mit 7,14 % bezahlt werden. Deutschland – zum Vergleich – liegt 403 Basispunkte unter diesem Wert. Analysten sahen daran einen ausreichenden Druck für Griechenland, das Paket anzunehmen, da es diese Werte auf 5 % Zinsen senken könnte.
Allerdings wurde auch erwartet, dass die Konditionen zu denen das Paket von Griechenland angenommen werden soll, noch hart umkämpft werden würden. Händler wiesen auf den politischen Brennpunkt hin, wenn Griechenland zu sehr um die Rahmenbedingungen feilschen würde. Schon im Eingang der Verhandlungen um das Hilfspaket wurden von den Sozialdemokraten der EU darauf hingewiesen, dass Griechenland harte Reformen durch die IWF befürchten müsse, was das EU-Mitglied sicher zu minimieren suche. Auch lag ein Konflikt in dem Punkt vor, dass verbilligter Zinssatz für Griechenland ein Verstoß gegen das Abkommen zur Stabilität des Euros darstellen würde.
Um die zukünftige Position des Euros im Devisenhandel gab es viel Diskussion. Morgen Stanley prognostizierte ein anhaltendes Absacken der Gemeinschaftswährung. An einigen Fronten wurde sogar ein Zerfall der Euro-Zone befürchtet und ein Austritt Deutschlands.
Dem Gegenüber standen aber auch positive Einflüsse, die eine Erholung des Euros durch eine Schwächung des Dollars erhofften. Auch ein Blick auf den direkten Währungsvergleich brachte optimistischere Aussichten, da der Euro sich nach und nach gegenüber dem US-Dollar stabilisierte. Aus diesen Beobachtungen erwuchs die Einsicht, dass man sich nicht von den kurzen Einbrüchen des Euros zu sehr beeindrucken lassen sollte. Das kurzfristige Auf und Ab der Gemeinschaftswährung sollte für keinen Investor mehr eine Überraschung darstellen und konnte stattdessen als Optionen für den preiswerten Ankauf gesehen werden.
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