Börsenkurse brechen durch Liquiditätsprobleme des Staatsfonds von Dubai ein
Weite Kreise ziehen die Liquiditätsprobleme des Staatsfonds des Emirats Dubai. Bereits am Donnerstag mussten die europäischen Leitindizes deutliche Verluste hinnehmen und in der Nacht zum Freitag sackten auch noch die asiatischen Börsen ab. Der japanische Nikkei-Index sank um 3,2 Prozent, in Hongkong verlor der Hang Seng 4,8 Prozent, und aus Südkorea wurden Kursabschläge von 4,7 Prozent registriert.
Fonds Dubai World, der mit umgerechnet 40 Milliarden Euro verschuldet ist, teilte am Donnerstag mit, dass er seine Gläubiger um ein mindestens sechsmonatiges Zahlungsmoratorium gebten habe. Auch der Dollar und der Ölpreis notierten im Gefolge der Börsenturbulenzen deutlisch schwächer.
Die Verbindlichkeiten von Duabi lägen in erster Linie bei Banken im arabischen Raum, so heißt es am Freitag in Finanzkreisen in Frankfurt am Main. Europäische und deutsche Finanzinstitute seien also kaum betroffen. Mittlerweile wurde allerdings mittgeteilt, dass deutsche Kreditinstitute möglicherweise durch Derivate aus Kreditversicherungen von möglichen Ausfällen betroffen sein könnten.
In einem Plus von 0,3 Prozent konnte sich der DAX am Freitag bis zum frühen Nachmittag leicht erholen. Die Kurse werden in den kommenden Wochen weiter nachgeben, so Finanzanalysten. Für einen Wechsel in der Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer hätten die Kreditprobleme des Golfstaates Dubai gesorgt, so ein Börsianer. Die offenbar verdrängte Angst vor «Dominoeffekten vom Schuldenausfall bis hin zur Bankbilanz ist wieder ins Bewußtsein gerückt»
Nicht nur Banken auch institutionelle und private Anleger wären von einer möglichen Finanzkrise betroffen.Auch die Bauwirtschaft und der Anlagenbau sind dort stark engagiert, und die Bahn hofft aktuell auf einen Milliardenauftrag für den Aufbau eines Bahnnetzes in Dubai und seinen Nachbarstaaten.
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