Griechenlands Prozent-Verhandlungen prägen Devisenmarkt
Die Händler am Devisenmarkt blickten auch in dieser Woche wie so oft nach Griechenland. Der Grund dafür sind die Verhandlungen der griechischen Regierung mit den privaten Gläubigern.
Dabei geht es um einen Schuldenschnitt des hochverschuldeten Staates und den Prozentsatz der Zinsen, mit denen griechische Anleihen belegt werden. Leider brachte die Woche aber keine Klärung in diesen Verhandelungen. Stattdessen wurden die Beobachter zunächst aufs Wochenende vertröstet.
Vorher sorgte aber die plötzliche Abreise von Charles Dallara, seines Zeichens der Chef-Unterhändler des internationalen Bankenverbands IIF, für einen Schreck bei den Devisenhändlern. Die unangekündigte Abreise wurde zunächst dahingehend gedeutet, dass die Verhandlungen um den Schuldenschnitt gescheitert seien, was für schlechte Aussichten für den griechischen Staat bedeutet hätte.
Erst später konnte ein Sprecher des IIF die besorgten Händler beruhigen und bestätigte, dass die Gespräche weder gescheitert noch unterbrochen seien, sondern Charles Dallara lediglich einen anderen Termin einhalten müsse. Die Verhandlungen würden aber weitergeführt und IIF-Chef stehe mit Athen weiter in telefonischer Verbindung.
Dennoch muss man am Ende dieser Devisenwoche feststellen, dass die Verhandlungen der griechischen Regierung mit ihren privaten Gläubigern etwas stagnieren. Der freiwillige Forderungsverzicht durch die Banken scheint bereits beschlossen zu sein und soll die Schuldenlast der Hellenen um 100 Milliarden Euro erleichtern. Allerdings ist der Zinssatz der neuen und langfristigen Anleihen der griechischen Regierung noch ein Streitthema bei den Verhandlungen in Athen.
Während die Banken und die anderen Gläubiger den Zinssatz auf keinen Fall unter die Marke von vier Prozent fallen lassen wollen, ist für Griechenland diese Zinsbelastung nicht tragbar. Die beteiligten EU-Staaten und der Internationale Währungsfond gibt an, das Griechenland lediglich einen Zinssatz von maximal 3,5 Prozent bewältigen könne und so wird um die Prozente weiter gefeilscht.
Im Laufe der zähen Verhandlungen prüfen derweil auch Experten die finanzielle Situation der griechischen Regierung. Mit neuen Informationen darf man – so die offiziellen Sprecher – am Wochenende oder spätestens am Anfang der kommenden Woche rechnen.
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