Euro weiterhin im Abschwung
Im frühen Devisenhandel vom Freitag zeigte sich der Euro erneut schwächer. Nach einem Richtkurs von 1,3700 US-Dollar vom Donnerstag schlug die Gemeinschaftswährung um 9 Uhr am Morgen um nur noch mit 1,3600 US-Dollar zubuche. Zeitweise hatte er die Marke von 1,36 USD sogar unterboten, ging aber im New Yorker Handel zuletzt mit 1,3657 USD aus dem Handel. Damit bewegt sich der Euro aktuell auf dem tiefsten Stand der vergangenen sechs Wochen und auch gegenüber den anderen Leitwährungen Franken, Pfund und Yen verlor die Gemeinschaftswährung Boden.
Als Grund für diesen Abwärtstrend verweisen die Händler an den Märkten auf die Schuldenkriese von mehreren Mitgliedern der Europäischen Union. Erst am Donnerstag haben die Prämien für Kreditausfallversicherungen für die Staatsanleihen der EU-Mitglieder Irland, Spanien und Portugal ein neues Rekordhoch erreicht.
Vor allem die Iren stehen dabei derzeit im Blickpunkt der Aufmerksamkeit. Zwar steht man in Irland noch lange nicht vor einem Fall wie in Griechenland, wo der generelle Staatsbankrott droht, aber einige erkennen in der dortigen Entwicklung eine Dynamik, die der der Helenen ähnelt.
Kreditanalysten sprechen bereit davon, dass man in Irland die Hilfe der Europäischen Union in Anspruch nehmen wird: "Dann könnte Brüssel gezwungen sein einzugreifen." In einem solchen Fall würde diese Hilfestellung den Euro sofort entlasten.
Die wichtigen Impulse im Devisenhandel werden noch am Freitag Vormittag erwartet. Da sollen nämlich die Daten zum Bruttoinlandsprodukt aller EU-Länder für das dritte Jahresquartal veröffentlicht werden. Aus einer Befragung von Volkswirten durch die Dow Jones Newswires geht hervor, dass man einen Zuwachs von 0,4 Prozent erwartet.
Insgesamt ist die Entwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung in der nahen Zukunft fragwürdig. Die Analysten bei der Landesbank Hessen-Thüringen rate jedenfalls zur Vorsicht und diagnostizieren eine Bandbreite zwischen 1,3500 und 1,3821 USD – bei diesen Marken würde er Euro nämlich auf Widerstände bzw. stützende Impulse treffen.
2012-05 2012-4 2012-3 2012-2 2012-1 2011-12
2011-11 2011-10 2011-9 2011-8 2011-7 2011-6 2011-5
2011-4 2011-3 2011-2 2011-1 2010-12 2010-11 2010-10
2010-9 2010-8 2010-7 2010-6 2010-5 2010-4 2010-3
2010-2 2010-1 2009-12 2009-11 2009-10 2009-9 2009-8
2009-7 2009-6 2009-5 |