Euro unter Druck – Händler verweisen auf schwaches Portugal
Im Devisenhandel hat sich die europäische Gemeinschaftswährung am Montagmorgen kaum bewegt und schlägt mit 1,4055 USD nur knapp etwas schwerer zubuche, als mit den 1,4041 USD vom Freitag im New Yorker Handel.
Am Markt erwartet man aber, dass der Euro nun zunehmend wieder unter Druck geraten wird. Denn neben den schwachen Wahlen in Deutschland für die Regierenden Parteien schauen die Händler vor allem in Richtung Portugal. So kommt wieder die Schuldenkrise der Europäischen Gemeinschaft in den Fokus und die Währung der Gemeinschaft gerät trotz gerade vollführtem Aufschwung wieder unter Verkaufsdruck.
Die große Frage ist dabei, ob Portugal es schaffen kann, seine wirtschaftliche Krise ohne Inanspruchnahme des europäischen Rettungsschirms zu überstehen. Bisher schien man sich dort sehr sicher zu sein, dass das ein realistisches Ziel sei und man nichts von der wirtschaftlichen Unabhängigkeit abgeben müsse. Allerdings herrschte diese Meinung bereits in Griechenland und danach in Irland.
Ein Blick auf die konkrete Lage in Portugal bringt keine endgültige Klarheit, denn zweifelsohne steht es dort nicht so schlecht um die Wirtschaft des Landes wie es in Irland oder Griechenland der Fall war. Tatsächlich liegt man mit einem Schuldenstand 88 Prozent des BIPs noch innerhalb des europäischen Durchschnitts und man konnte im vergangenen Jahr auch den Prozentsatz der Neuverschuldung von 9,3 auf 7 Prozent senken.
Das Problem ist dort viel mehr, dass durch die stark geschwächte Wirtschaft des Landes in diesem Jahr ein absenken des BIPs droht und daraus folgern sich eine ausgesprochen schwache Position in Sachen Wettbewerb und Leistungsbilanz. Hinzu kommt eine Krise in der Regierung, nachdem der Ministerpräsident Jose Socrates zurückgetreten ist.
Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, benötigt man in Portugal vor allem eines – Zeit. Und um diese Zeit zu bekommen, sehen viele Beobachter kaum eine andere Möglichkeit für das Land, um auch die Hilfe der Europäischen Union in Anspruch zu nehmen.
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