Euro-Aufschwung nach EU-Gipfel
In dieser Woche haben alle Augen am Devisenmarkt in Richtung Brüssel geschaut.
Der dort stattfindende EU-Gipfel begann zwar schon am zurückliegenden Wochenende, aber es wurde schon bekannt gegeben, dass keine Ergebnisse vor Mittwoch zu erwarten seien. Diskutiert wurde vor allem, wie der Euro-Rettungsschirm EFSF schlagkräftiger gemacht werden könne und ob man einen Schuldenschnitt für Griechenland würde durchsetzen können.
Aber es herrschte Unsicherheit, hat sich doch besonders die Uneinigkeit zwischen Deutschland und Frankreich als Bremse in den Verhandlungen erwiesen. Als die Ergebnisse des EU-Gipfels dann endlich bekannt gegeben wurden, sorgte die plötzliche Klarheit für einen massiven Sprung der Gemeinschaftswährung.
Am Nachmittag des Donnerstag das der Euro plötzlich 1,4143 US-Dollar wert, nachdem die Gemeinschaftswährung am Vorabend nur 1,3883 US-Dollar gekostet hatte. Osamu Takashima, seines Zeichens Analyst der Citibank, kommentierte diesen Aufschwung: "Viele Details - wie der Schuldenerlass für die privaten Gläubiger - sind jetzt endlich geklärt worden, das gibt dem Euro einen ordentlichen Schub."
Der Schuldenschnitt war wirklich ein zentrales Thema bei den Händlern. Ganze 50 Prozent der Schulden sollen den Helenen von den privaten Gläubigern erlassen werden. Das entspricht 100 Milliarden Euro, welche die griechische Regierung nicht zurückzahlen muss.
Auch an der Schlagkraft des Rettungsschirms EFSF hat sich einiges getan "Die Staats- und Regierungschefs demonstrierten Einigkeit und beschlossen die bereits in den letzten Tagen diskutierten Lösungsansätze" hieß es von Seiten Ralf Umlauf, ein Analyst bei Helaba.
Insgesamt scheint das deutliche Aufatmen am Devisenmarkt etwas zu überraschen, waren doch diese Ergebnisse mehr oder weniger erwartet worden. Allerdings sorgt gibt vor allem die nun deutliche Chance zur Entspannung der Schuldenkrise den Investoren auftrieb.
Der Chef-Devisen-Researcher der Commerzbank, mit Namen Ulrich Leuchtmann, schätzt allerdings auch, dass sich erst in den kommenden Tagen und Wochen die Unsicherheiten bemerkbar machen werden. Aktuell hält sich der Euro aber weiterhin solide über der 1,41 USD-Marke.
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