Droht dem Euro die Zinssenkung?
Im April und im Juli diesen Jahres hatte die Europäische Zentralbank den Zinssatz der europäischen Gemeinschaftswährung auf 1,5 Prozent angehoben und selbst danach hielten sich noch hartnäckige Spekulationen am Markt, dass sich dieser Aufwärtstrend fortsetzen könnte.
Nun hat sich das Blatt für den Euro aber gewendet und die Schuldenkrise in der Europäischen Union hält die Gemeinschaftswährung fest im Griff.
Erst in dieser Woche legte der Euro eine Talfahrt hin und verortete sich auf einem Tief unter der Marke von 1,35 US-Dollar. Mit Blick auf die schwächelnden Daten aus der Konjunktur im Euro-Raum fürchtet man nun sogar eine Abwertung des Zinssatzes für den Euro.
Italien wurde in dieser Woche aufgrund der schwachen strukturelle Wachstum und der politische Fragilität von der Rating-Agentur S&P herabgestuft. Der Downgrade kam unerwartet für Rom und man ließ kritsiche Kommentare laut werden. Am Devisenmarkt verkraftete die Gemeinschaftswährung diesen Dämpfer aber ganz gut. Der wesentliche Faktor für die beschriebene Abwärts-Bewegungen ist hingegen die anhaltend schlechte Lage in Griechenland.
Die Helenen straucheln in der Umsetzung der Versprechungen, die sie im Gegenzug zu den erhaltenen Hilfs-Milliarden gegeben haben. Nun soll herausgefunden werden, ob Griechenland die nächsten Zahlungen erhält und letztlich auch, ob das EU-Land finanziell überhaupt noch zu retten ist.
Einige Stimmen sprechen schon davon, das dem nicht so sei. Gerüchte von einem Schuldenschnitt der Helenen halten sich Hartnäckig. Auch HSBC-Trinkaus-Analyst Rainer Sartoris spricht davon: "Im Prinzip hat man an den Märkten den Eindruck, dass man in Sachen Griechenland auf den großen Schuldenschnitt vorbereitet wird." Die Regierung in Rom dementiert dies aber entschieden.
Aber immer mehr bekannte Namen, die immer für eine Rettung von Griechenland eingetreten sind, relativieren zunehmend ihre Position. Auch Klaas Knot, der im Rat der Europäischen Zentralbank einen Sitz hält, sieht die Pleite der Helenen inzwischen als mögliches Szenario - und "die Nachrichten aus Athen sind nicht ermutigend."
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