US-Dollar als Leitwährung
Nicolas Sarkozy, der französische Staatspräsident, stellt den US Dollar als weltweite Leitwährung in Frage. Sarkozy hält die Vormachtstellung der US-Währung für überholt und fordert eine Neuordnung des Währungssystems.
"Wir müssen die Frage stellen: Sollte eine Welt, die politisch multipolar ist, nicht wirtschaftlich mit einer multimonetären Welt korrespondieren?” So Sarkozy bei einer Presseskonferenz am Rande des des G- 8 Gipfels im italienischen L´Aquila. Die Leitwährung passe seiner Meinung nach nicht zu der multinationalen Welt. Die Vormachtstellung des US Dollars sei absolut überholt, vorallem weil die Währung aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg stamme, als die USA wirtschaftlich und auch politisch eine dominierende Weltmacht gewesen sei. Es sollte also von allen Staaten darüber diskutiert werden, ob der Dollar als Leitwährung in Frage kommt. "Auch wenn es ein schwieriges Thema ist, hoffe ich doch, dass wir in den kommenden Monaten über die Währungen und das internationale Währungssystem diskutieren werden", so Sarkozy.
Eine Reform wird auch von anderen Staaten gewünscht. Kritische Äußerungen mehrerer Staats- und Regierungschefs, zur Rolle des Dollar, haben auf dem Weltwirtschaftsgipfel Spekulationen über einen Ersatz der amerikanischen Zahlungseinheit als Weltleitwährung Auftrieb gegeben . Auch der Vertreter Chinas bekräftigte das entsprechende Verlangen seiner Nationalbank nach einer Ablösung des Dollar, dafür habe sich zuletzt auch die russische Regierung ausgesprochen.
Amerikas Regierung stellt die Führungsrolle des Dollar dagegen nicht in Frage. Die wichtigsten Industrie und Schwellenländer in L`Aquila haben eine Erklärung zum Währungssystem verabschiedet, die Debatte über die neue Leitwährung findet darin aber keinen Niederschlag, doch dürfte die Diskussion nach den Äußerungen Sarkozys noch kein Ende haben.Wie auch der britische Premierminister Gordon Brown machte Sarkozy deutlich, dass es sich nicht um ein kurzfristiges Projekt handele. Brown wurde mit der Bemerkung wiedergegeben, es komme erst einmal darauf an, die Weltwirtschaft aus der Krise zu führen.
Im offiziellen Teil des Gipfels sei nicht über die Leitwährung gesprochen worden, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Frage nach der Zukunft der Weltleit- und Reservewährungen sei schon beim Weltfinanzgipfel in London im April aufgebracht worden, erläuterte die Kanzlerin. Seither würde ständig darüber gesprochen. Der Weltfinanzgipfel soll Ende September in Pittsburgh fortgesetzt werden. Dort steht vor allem die künftige Regulierung der Weltfinanzmärkte auf der Tagesordnung.
In ihrer gemeinsamen Erklärung versicherten die Mitglieder der G 8 und die ebenfalls vertretenen großen Schwellenländer der G 5, sie würden sich nicht in einen Abwertungswettlauf ihrer Währungen begeben, um sich so eventuell kurzzeitig Exporterfolge verschaffen zu können, vielmehr wollen sie für ein stabiles Weltwährungssystem eintreten.
2012-02 2012-1 2011-12 2011-11 2011-10 2011-9
2011-8 2011-7 2011-6 2011-5 2011-4 2011-3 2011-2
2011-1 2010-12 2010-11 2010-10 2010-9 2010-8 2010-7
2010-6 2010-5 2010-4 2010-3 2010-2 2010-1 2009-12
2009-11 2009-10 2009-9 2009-8 2009-7 2009-6 2009-5 |