Damoklesschwert über dem Eurokurs
Obwohl sich der Euro in der zweiten Hälfte der aktuellen Devisen-Woche recht stabil über der Marke von 1,30 US-Dollar hält, spricht man am Markt von einem Damoklesschwert, das über der Gemeinschaftswährung schweben würde. Damit ist natürlich nach wie vor die Schuldenkrise in der Eurozone gemeint.
Im engeren Sinne sind es aber die drohende Herabstufungen durch die Ratingagentur S&P, die den Euro unter Druck setzen. Bei der Commerzbank kommentierte man diese Bedohung: "Es ist wieder einmal Freitag, und inzwischen wissen wir, dass Ratingagenturen freitagabends gerne Ratings senken."
Optimistischere Stimmen sprechen aber auch davon, dass die europäische Währung wieder stabiler geworden sei und einem Aufschwung entgegenblicken könne. Für diese Meinung sorgten zunächst die positiv angenommenen Auktionen von Staatsanleihen aus Spanien.
Was den Euro zum Wochenausklang noch einmal in Bewegung versetzen könnte ist der Anstehende Entscheid der FDP zum Euro-Rettungsschirm ESM. Noch heute wird das Ergebnis der Mitgliederbefragung bekannt gegeben und sollte diese Aussagen negativ ausfallen, könnte dies den Euro-Kurs deutlich drücken.
Gegenüber dieser vermeintlichen Ruhe vor dem Sturm gab es kräftig Bewegung bei den Schweizer Franken. Nachdem die Schweizerische Nationalbank das Wechselkursziel zum Euro von 1,20 CHF bestätigte, zog die Währung der Schweizer kräftig an. Thu Lan Nguyen von der Commerzbank kommentierte dies: "Wir hatten es schon im Vorfeld für unwahrscheinlich gehalten, dass die SNB eine Anhebung des Wechselkursziels im Rahmen einer regulären geldpolitischen Sitzung bekannt geben wird."
Der Devisenanalyst schätzt die Lage wiefolgt ein: "Erst wenn die Lage im Euroraum weiter eskaliert und die Risikoaversion der Anleger abermals steigt, wird diese Einschätzung in den Hintergrund treten und die SNB gezwungen sein, das Wechselkursziel tatsächlich zu verteidigen."
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