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Athens Haushaltsdebakel drückt Euro Kurs unter 1,42 Dollar

Deutlich fiel der Euro unter die Marke von 1,43 Dollar, die als eine Art Begrenzung nach unten seit Moanten gehalten hatte, und anschließend setzte des Euro den Abwärtstrend rasant in Richtung der Marke von 1,41 Dollar fort.

Natürlich ist dies noch immer kein schwacher Dollar, der Wert lag vor einem Jahr unter 1,30 Dollar, allerdings machen die Gründe für den neuen Abwärtstrend Sorgen. Devisenexperte der Commerzbank, Ulrich Leuchtmann, stellt fest: "Der Euro ist nach der jüngsten Griechenland-Krise nicht mehr der Gleiche wie zuvor." Bei vielen Beobachtern wurden durch die Probleme des südeuropäischen Landes wieder die generellen Zweifel an der Konstruktion der Gemeinschaftswährung geweckt.

Es bleibt fraglich wie bei Wirtschaftsräumen mit solch unterschiedlichen Entwicklungen wie einerseit Greichenland, Spanien und Potugal und andererseit Deutschland und Frankreich eine Währung funktionieren soll.

Die Euro Skepsis, die schon zu Beginn der gemeinamen Währungen die Devisnemärkte beherschte und damals zu einem Fall des Euros auf bis unter 0,90 Dollar führte, scheint wieder aufzuerstehen. "Diesmal könnte es schlimmer kommen", so Leuchtmann, "denn für neue Euroskepsis spricht der scheinbare Beweis: Griechenland nämlich."

Die Meinug der Anleger am Devisenmakrt hat sich gewandelt, das zeigen auch Zahlen der US-Aufsichtsbehörde OFTC.
In der Mehrheit gegen den Dollar spekulieren die Anleger seit Frühjahr des vergangenen Jahres, was heißt, das deutlich mehr Marktteilnehmer auf einen sinkenden als auf einen steigenden Kurs der US-Währung wetteten. Der Trend hat sich jedoch seit Bekanntwerden der dramatischen Lage bei den griechischen Staatsfinanzen drastisch gewendet. Spekulanten sehen den Dollar mittlerweile sogar positiver als den Euro. Allerdings nicht nur den Dollar. Nicht mehr weit von seinem Allzeithoch gegenüber dem Euro aus den Jahren 2001 und 2002 ist der Schweizer Franken entfernt.

Gegenüber der Gemeinschaftswährung konnte sogar das britische Pfund zuletzt wieder deutlich zulegen, obwohl Großbritannien von allen westlichen Industirestaaten am heftigsten von der Krise getroffen wurde, vor kurzem zählte das Land noch als nächster Pleitekanidat.

Zuletzt hat sich der Euro nur zum japanischen Yen kaum verändert. Es wirken bei der japanischen Währung jedoch ohnehin Sonderfaktoren. Seit der Pleite der US-Investment-Bank Lehman Brothers hatte die Währung stark aufgewertet, da von den Investoren so genannte “carry trades” aufgelöst wurden. Null Prozent Kredite hatten sie in Japan aufgenommen und dann in verschiedene Anlagen investiert. Es ließ sich viel Geld damit verdeinen und dies hatte jahrelang zu einer Schwächung des Yen geführt. Nach Beginn der Krise stieg jedoch der Wert der japanischen Währung duch Abwicklung der carry trades wieder.

Jedoch hat sich auch dieser Trend wieder umgekehrt. Die Ursache könnte daran liegen, dass der Yen wieder die bevorzugte Währung für carry trades ist. Grund dafür sind die Anzeichen, das Japan erneut in die Deflationsfalle gerät. Die Nullzinspolitik würde damit noch deutlich länger andauern als in anderen Ländern, Kredite blieben dort also billig.

Das es noch einen weiteren Grund für die Dollarstärke und Euroschwäche gibt ist damit auch klar, denn der Dollar war bis vor kurzem zeitweise als Währung für carry trades genutzt worden, was ihn schwächte. Sollte sich das nun wieder in Richtung Yen verschieben, stärkt dies die US-Währung.

Das Argument “Griechenland” für die Euro Schwäche wäre somit ein vorgeschobenes, die Entwicklung bei den carry trades wäre mindestens ebenso wichtig. Zumal es für eine neue Euro-Skepsis keine sachlichen Gründe gibt.


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