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Angst vor billigem Yuan

Den europäischen Volkswirtschaften steckt trotz aller Hoffnung die Finanzkrise weiterhin in den Knochen. Der Export ist für Europa ein wichtiges Mittel aus der Rezession, die Regierung Pekings sieht das leider ähnlich und so kommen die Chinesen, die immer noch einen Großteil ihrer Wirtschaftskraft mit Dumping-Ausfuhren in alle Welt erwirtschaften, den Europäern in die Quere.

Die Euroländer drängen Peking entsprechend zur Aufwertung der Landeswährung Renminbi. Würde sich der Yuan versteuern, dann wären die chinesischen Waren allerdings nicht mehr so günstig.

Der steigenden Außenwert des Euro erschwert den hiesigen Exporteuren den Absatz. Im August seien die Exporte aus der Euro Zone saisonal bereinigt um 5,8 Prozent eingebrochen, das meldete jüngst das Eu-Statistikamt Eurostat. Die Eurokraten versuchen nun Druck auf China auszuüben.
Noch vor Jahresende wollen der Chef der Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und EU-Währungskommissar Joaquín Almunia zu einem Währungsgipfel nach China reisen.

Chinas Währung ist weitgehend an den Dollar gekoppelt, der seit Monaten fällt und zuletzt mit fast 1,50 Dollar pro Euro so tief notierte wie zuletzt im August 2008.
Der Wechselkurs soll künftig stärker dem Markt überlassen werden, das fordern die Euro Staaten, denn dies hätte eine Aufwertung der chinesischen Währung zur Folge. Dies würde wiederum chinesische Produkte in Europa versteuern und den heimischen Produzenten einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Um das Kursverhältnis zwischen Euro und Renminbi zu diskutieren hatten sich schon vor zwei Jahren Juncker, Trichet und Almunia mit Chinas Premier Wen Jiabao, dem Notenbankchef und dem Finanzminister in Peking getroffen.

Seinerzeit stellte Chinas Premier Wen Jiabao den Euro-Vertretern in Aussicht, “dem Markt eine stärkere Rolle bei der Bestimmung des Renminbi-Kurses zu erlauben”. Die chinesische Regierung ließ danach tatsächlich eine Aufwertung Ihrer Währung zu, dieser Prozess wurde jedoch im Juli 2008 gestoppt.

Die Europäer sind davon überzeugt, dass sie sich dieses Mal in einer besseren Verhandlungsposition befinden als vor zwei Jahren. Trotz der Wirtschaftskrise sollen keine neuen Handelsbarrieren gegenüber chinesischen Produnkten errichtet werden, diese Zusage will Peking von den Europäern.
Schon in der Solarindustrie war diese Diskussion vor der Bundestagswahl ausgebrochen. Die Chinesen wollen ausserdem die Rolle des Dollar in der US-Staatsanleihen in ihren Devisen Reserven reduzieren, der Euro und europäische Anleihen würden davon profitieren.

Mit der Forderung an Peking ist Europa nicht alleine. Auch in den vereinigten Staaten gerät China wegen seiner Währungspolitik immer stärker unter Druck. Einen Mangel an Flexibilität kritisierte das US-Finanministerium Ende der vergangenen Woche an der Wechslekurspolitik.
Die Amerikaner geißelten ausserdem, das China seinen Vorrat an Auslandsreserven weiter ausbaue. Mit 2270 Milliarden Dollar verfügt China über die weltgrößten Währungsreserven.

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